Vera schaut “Findet Dorie” (2016)

Dorie ist nach 13 Jahren endlich zurück. In der Fortsetzung zu Findet Nemo (2003) sehen wir viele alte Freunde wie Marlin und Nemo wieder, lernen aber auch neue Gesichter kennen. Ein Abenteuer, das nicht nur für Familien mit Kindern gemacht ist, aber auch ein paar Schwächen hat.

Veras Highlights

  • Alle Szenen mit Baby-Dorie!
  • Destiny und Bailey
  • der Score von Thomas Newman

Worum es geht

Die Handlung setzt ein Jahr nach dem Ende des Vorgängerfilms ein. Dorie lebt zusammen mit Marlin und Nemo am Korallenriff nach ihrem gemeinsamen Abenteuer. Als die an Amnesie leidende Dorie Nemo bei einem Schulausflug begleitet, fällt ihr plötzlich bruchstückhaft wieder ein, dass sie selbst eine eigene Familie hatte. Entschlossen diese wiederzufinden macht sie sich mit Nemo und Marlin auf den Weg. Ihre Reise führt sie in ein Meeresbiologisches Institut in Kalifornien. Dort warten eine Menge Stolpersteine auf die drei kleinen Fische.

Veras Kritik

Der heimliche Star aus Findet Nemo bekam 2016 endlich ihren eigenen Film: Findet Dorie wurde von Fans sehnsüchtig erwartet. Wieder leiht Ellen DeGeneres dem Doktorfisch ihre Stimme. Weltweit spielte der Film 1,02 Milliarden US-Dollar ein, womit er der dritterfolgreichste Film 2016 war. Das Knacken der Milliardenmarke schafften bisher nur zwei andere Animationsfilme, nämlich Toy Story 3 (2010) und Zoomania (2016). Findet Dorie bekam eine Vielzahl von Nominierungen und einige Auszeichnungen, darunter den Saturn-Award für den besten Animationsfilm des Jahres.

Dorie erinnert sich daran, dass sie mit ihren Eltern im Juwel von Morro Bay lebte. Zu dem Zeitpunkt weiß sie jedoch noch nicht, dass es sich dabei um das Meeresbiologische Institut in Kalifornien handelt, wo kranke Fische und andere Meeresbewohner behandelt werden. Dort kommen wir in den Genuss einiger neuer Charaktere, von denen die meisten den Film stark unterstützen. Zum einen treffen wir auf das Duo Destiny und Bailey. Destiny ist ein kurzsichtiger Walhai, die Dori noch aus Kindertagen kennt. Bailey ist ein Belugawal, der glaubt, sein Echolot sei kaputt. So etwas  muss man sich auch erstmal ausdenken! Diese beiden sorgen dank Situationskomik für lustige Momente. Mit von der Partie ist auch Hank, ein griesgrämiger Kraken, der wohl als einziges Meerestier auf der ganzen Welt lieber freiwillig in einem Aquarium leben möchte statt in seinem natürlichen Lebensraum. Für Dorie erweist er sich als sehr hilfreicher Begleiter auf ihrer Reise. Leider war Hank die meiste Zeit über echt muffelig drauf und ich weiß nicht, ob er mir gefehlt hätte, wäre er nicht dabei gewesen. Über ein bekanntes Gesicht habe ich mich aber besonders gefreut, auch wenn es nur eine kurze Szene war: die saucoole Schildkröte Crush.

Nemos Vater Marlin scheint nicht wirklich eine Charakterentwicklung durchlaufen zu haben. Er ist noch immer die übervorsichtige, männliche Glucke, der die Mission an einigen Stellen deutlich verkompliziert. Er könnte sich mal eine Scheibe von seinem Sohn abschneiden. Nemo ist knuffig wie eh und je, doch man merkt, dass die beiden nicht mehr im Mittelpunkt stehen. Dorie ist der Star des Films und die beiden Clownfische schwimmen ihr mehr hinterher.

Goldwert sind wirklich alle Backflash-Szenen mit Baby-Dorie, die dem Film ungemein helfen. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so etwas Süßes gesehen habe! Baby-Dorie besteht quasi nur aus ihren großen Glupschaugen und ist absolut liebenswert. Jedem, dem da das Herz nicht leuchtet, hat einfach keines. Als Baby-Dorie ihren Eltern beichtet, dass sie Angst hat, sie eines Tages zu vergessen, habe ich ohne Vorwarnung feuchte Augen bekommen. Außerdem sagt sie immer, sie habe „Gedächtnisverschwund“. (Stellt euch an dieser Stelle einen Emoji mit Herzaugen vor.) Aber trotzdem: Was für Eltern spielen mit ihrem an Gedächtnisverlust leidenden Baby-Fisch Verstecken?!

Der Film erlebt einen kleinen Aufwind, weil er nicht mehr nur unter Wasser spielt. Vielmehr hüpfen Dorie, Marlin und Nemo von einem wassergefüllten Behältnis ins nächste und bestreiten so ihren Weg. Tintenfisch Hank ist nicht auf Wasser angewiesen und fährt sogar einen geklauten Kinderwagen quer durch das Institut, mit Dorie in einer Trinkflasche. Fisch bleibt halt Fisch und braucht Wasser, das wurde gut gelöst. Der Film bekommt dadurch eine offenere Atmosphäre und wirkt nicht wie eine aufgewärmte Version des Vorgängers. Die Story an sich lässt jedoch wenige Überraschungen zu. Es ist irgendwie klar, das Dorie auf ihrer Mission auf die eine oder andere Art Erfolg haben wird (zumindest was das Erreichen ihres örtlichen Ziels angeht). Auch ist vorhersehbar, dass Dorie hauptsächlich auf Grund ihres Gedächtnisverlustes (und ihrer unbekümmerten Art) in einige schwierige Situationen gelangt. Ich fand ihre ständige Vergesslichkeit zuweilen etwas nervig.

Herausgeworfen hat mich der Film dann gegen Ende, das letzte Drittel lässt stark nach. Alles ab Dories Fluchtversuch aus dem Meeresbiologischen Institut ist deutlich schwächer als der Rest des Films . Da setzt sich der Kraken ans Steuer eines gekaperten Kleinlasters und fährt den Highway herunter! What?! Ich fand besonders diese Szene unter diesem Gesichtspunkt absolut überflüssig und es rutsche mir zu sehr in Klamauk ab.

Unglaublich wichtig ist jedoch die Message, die Dorie uns mitgibt: Ihr wird klar, dass sie manche Dinge einfach nicht ohne Hilfe kann und macht das auch deutlich. „Hilf mir, ich schaff das nicht allein“ sind wichtige Worte, die zu sagen man erst lernen muss.

Findet Dorie ist alles in allem eine gelungene Fortsetzung, jedoch mit deutlich abflachendem dritten Akt. Trotzdem ist es ein Film mit einer ordentlichen Prise Melancholie, der von einem wunderschönen Score unterstützt wird. Mit ganz viel Herz und teils trockenem Humor nimmt uns der Doktorfisch mit auf ihre Reise. Der Film steht jedoch im Schatten seines Vorgängers Findet Nemo, der sich nicht nur durch den etablierten Kultstatus deutlich abhebt. Der Film wird sicherlich nicht jedem zusagen, aber einzig um mitreden zu können lohnt es sich schon ihn anzusehen.

4.5 von 7 Falken

Findet Dori (2016)
Findet Dori poster Director: Andrew Stanton, Angus MacLane
Writer: Andrew Stanton
Stars: Ellen DeGeneres, Albert Brooks, Ed O'Neill
Runtime: 97 min
Rated: 0
Genre: Animation, Adventure, Comedy
Released: 29 Sep 2016
Awards: N/A
Metacritics: 77
TomatoMeter: 94
Falkenscore: 4.5 von 7

Vera

Ich bin die Dame auf moviefalcon.de. Mein Herz schlägt für Filme, Serien und den Moment, wenn im Kino die Lichter ausgehen. Ihr findet mich im DeLorean auf dem Weg nach Oz oder bei Nick und Jess im Loft.

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