Simon schaut “Wonder Woman” (2017)

Wonder Woman ist eine Figur voller Liebe und Unschuld, die in den Krieg zieht, um ihn eigenhändig zu beenden. Sie ist eine inspirierende Figur und die Superheldin, auf die wir gewartet haben. Der Film überzeugt über weite Strecken mit bildgewaltigen, emotionalen Sequenzen. Wonder Woman überstrahlt die DC Verfilmungen der letzten Jahre, zeigt aber gegen Ende Schwächen. So verließ ich das Kino mit gemischten Gefühlen, obwohl ich den Großteil des Films genossen habe.

Simons Highlights

  • Gal Gadot ist Diana Prince/Wonder Woman
  • Setting im ersten Weltkrieg
  • Wonder Woman in London
  • No Man’s Land Sequenz: Wonder Woman betritt zum ersten Mal das Schlachtfeld

Worum es geht

Diana lebt gemeinsam mit den Amazonen auf der versteckten Insel Themyscira. Das Volk der Kriegerinnen soll die Menschen vor dem schädlichen Einfluss von Ares, dem Gott des Krieges, schützen. Als der amerikanische Spion Steve Trevor vor Themyscira bruchlandet, wird er von Diana gerettet. Er erzählt den Amazonen vom ersten Weltkrieg, dem Krieg aller Kriege, der die Welt der Menschen seit Jahren gefangen hält. Diana ist sich sicher, dass dies das Werk von Ares sei, und nur sein Tod den Krieg beenden könne. Gemeinsam mit Steve macht sie sich auf den Weg, um den Gott zu finden und zu töten.

Simons Kritik

Vor 14 Jahren gewann Charlize Theron den Oscar für ihre Performance in Monster (2003). Regie führte damals Patty Jenkins. Seitdem hörte man von der Regisseurin wenig, bis sie 2015 von Warner Bros. für Wonder Woman verpflichtet wurde. Der Film läuft in diesen Wochen in Kinos rund um den Globus an. Patty Jenkins war damit nicht nur die erste Frau im Regiestuhl eines Superheldenfilms, Wonder Woman spielte außerdem am ersten Wochenende in den USA über $100 Millionen ein – Rekord für eine Regisseurin.

Wonder Woman ist der erste Superheldenfilm mit alleiniger weiblicher Hauptrolle seit über zehn Jahren. An die wenigen Filme über Superheldinnen aus den frühen 2000ern erinnern wir uns besser nicht zurück… Die Kritiker mögen Wonder Woman (93% bei Rotten Tomatoes mit einem Durchschnittsrating von 7.6; 76% bei Metacritic), das Publikum liebt sie (A-CinemaScore). Nach einer Reihe von Misserfolgen kann DC aufatmen. Das Extended Universe ist wieder auf dem richtigen Weg.

Wonder Woman ist kein perfekter Film. Insbesondere mit Dianas Gegenspielern hatte ich meine Probleme, was einen Schatten über das letzte Drittel des Films legte. Der Film funktioniert dennoch, und das liegt an den zwei Heldinnen vor und hinter der Kamera, Gal Gadot und Patty Jenkins. Gadot ist Wonder Woman.

Gal Gadot spielt Diana unschuldig, interessiert und intelligent. Aufgewachsen auf einer Insel unter Amazonen hat sie viel über die Welt der Menschen zu lernen. Wir begleiten sie durch London zu Zeiten des ersten Weltkriegs. Voller Wunder durchstreift sie die Hauptstadt und es kommt zu lustigen Momenten am Straßenrand, die aber nie forciert wirken, sondern sich natürlich aus der jeweiligen Situation ergeben. Diana wird hier auch mit einem Frauenbild konfrontiert, mit dem sie sich nicht identifizieren kann. Dieser Aspekt hätte fast noch etwas mehr ausgespielt werden können.

Gadot und Jenkins finden für Dianas Charakter die perfekte Balance aus Emotionalität und Stärke. Sie überkommt Geschlechtsstereotype, verrät dabei aber nie ihre Weiblichkeit. Sie ist eine sehr intensive, kraftvolle Figur, und glänzt in Actionszenen. Diana ist eine Wucht, wenn sie so richtig loslegt und durch die feindlichen Linien pflügt. Jenkins arbeitet häufig mit Slow-Motion, um die elegante, tänzerische Kampfchoreografie der Amazonen und Dianas hervorzuheben. Das funktioniert ab und zu sehr gut, war mir aber in Summe zu viel.

Der Film nimmt sich Zeit und bereitet Dianas Ankunft an der Front des Krieges sorgfältig vor. Die Spannung nimmt zu und entlädt sich, als sie symbolträchtig “No Man’s Land” durchquert. Die bildgewaltige Sequenz mit Gänsehautpotential hat ihren Platz unter meinen Lieblingsszenen des Jahres sicher. Es ist eine epische Szene, die fasziniert, und über deren Symbolik man nach dem Kinobesuch weiter nachdenkt.

Kurz nach diesem Punkt verliert der Film sein hervorragendes Niveau. Während Robin Wright und die Amazonen sowie Chris Pine als Steve Trevor überzeugen und Gadot hervorragend unterstützen, haben einige der anderen Nebenfiguren wenig ersichtlichen Sinn und Zweck, ebenso wie eines der Settings kurz vorm Finale.

Enttäuscht wurde ich von Dianas Feinden. Die Deutschen, die nahezu ausschließlich Englisch sprechen, und eine spanische Chemikerin übertreiben und treffen den Ton des Films nicht. Auch vom Kriegsgott hätte ich mehr erwartet. Sein Twist hat mich nicht überzeugt.

Wie in anderen DC Filmen endet Wonder Woman in einem CGI-Gewitter, das aber immerhin etwas übersichtlicher daherkommt als zum Beispiel in Batman v Superman: Dawn of Justice (2016). Der große Vorteil an Wonder Woman ist, dass ihr Charakter in der ersten Filmhälfte wunderbar ausgelegt wurde, man sich mit ihr identifiziert, mitfiebert und mitfühlt. Sie hat ein klares Ziel, das die Handlung leitet, und an dem sich ihr Charakter entwickelt. Gal Gadot beweist im emotionalen Finale ihr Können, das alle Zweifler verstummen lassen sollte: Sie ist eine richtig gute Schauspielerin!

Mit Liebe und Mitgefühl gegen Krieg und Hass. Diana versucht eigenhändig den Krieg aller Kriege zu beenden und das Böse in unserer Welt zu überkommen. Wonder Woman bestärkt Frauen und führt uns vor Augen, wie sehr nicht nur das Superhelden-Genre von Männern dominiert wird. Der Film schenkt einer Generation junger Mädchen eine Heldin. Gal Gadot und Patty Jenkins zeigen ihnen, dass alles möglich ist.

5 von 7 Falken

Wonder Woman (2017)
Wonder Woman poster Director: Patty Jenkins
Writer: Allan Heinberg
Stars: Gal Gadot, Chris Pine, Robin Wright
Runtime: 141 min
Rated: PG-13
Genre: Action, Adventure, Fantasy
Released: 15 Jun 2017
Awards:
Metacritics: 76
TomatoMeter: 93
Falkenscore: 5 von 7

Simon

Redakteur Moviefalcon.de, Film-, Kino-, Oscarenthusiast! Wenn nicht gerade unterwegs in einer weit entfernten Galaxis, dann sicherlich mit Mad Max auf der Fury Road oder zu Besuch im Grand Budapest Hotel.

3 Kommentare zu “Simon schaut “Wonder Woman” (2017)

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