Simons “Game of Thrones” Tagebuch: Eintrag 9

Staffel 5 (2015), Folgen 1 bis 5:

Dieser Artikel ist der neunte Teil von Simons GoT-Tagebuch. In diesem Eintrag schreibt er über Folgen 1 bis 5 der fünften Staffel. Hier gelangst Du zurück zum einleitenden Prolog und weiteren seiner Tagebucheinträge.

Tywin ist tot. Die Macht der Lannisters beginnt zu schwinden, hat doch der Großvater des Königs alles zusammen gehalten. Vermutlich war Cerseis Hass auf ihren Bruder nie größer. Tyrion selbst wird von Varys angeboten, sich auf die Seite von Daenerys Targaryen zu stellen. Wenn ich mir das vorstelle: Daenerys, Tyrion und Varys. Wer sollte sie aufhalten können, wenn sie an einem Strang ziehen? Nächster Halt, Eiserner Thron! Blöd nur, dass die Mutter der Drachen ihre Kinder nicht mehr unter Kontrolle hat. (Davon kann Cersei ein Lied singen…)

Mit der Rothaarigen ist nicht zu spaßen

Warum mag ich Melisandre mehr und mehr? Sie ist einfach nur böse! Warum? Es ist die Mystik, die Magie, die sie umgibt. Und die hervorragende Musik, die immer dann zu hören ist, wenn die Flammenpriesterin ins Spiel eingreift. In Folge eins beendet Jon jedoch die Verbrennungszeremonie des Königs jenseits der Mauern mit einem Gnadenpfeil. Guter Mann. Jon steht (wie immer) zwischen mehreren Parteien. Ein Angebot von Stannis stellt ihn vor eine schwere Entscheidung, doch er wählt die Nachtwache. Wie sein Vater bleibt er seinem Schwur treu. Die Wache macht ihn schließlich zu ihrem Anführer. Es gelingt ihm, Melisandre zu widerstehen. Hoffentlich hat er sich keinen neuen Feind gemacht. Mit der Rothaarigen ist nicht zu spaßen.

Ab Folgen 2 und 3 passiert südlich wie nördlich der Mauer nicht viel. Arya schließt sich einer seltsamen Sekte an, die mich etwas langweilt, und Sansa soll wieder einmal verheiratet werden – dieses Mal an den jungen Bolton. Die Gute hat aber auch ein Pech. Petyr eröffnet Sansa jedoch, dass Stannis Winterfell angreifen wird, und sich ihr damit gleich zwei Chancen auftun, als (offiziell) Letzte der Starks Herrin des Nordens zu werden. Brienne folgt Sansa, welche (wie Arya zuvor) mäßig Interesse gezeigt hat, von Captain Phasma beschützt zu werden. Jaime soll seine Tochter retten (im Kampf hat so eine Metallhand schon Vorteile!) und der unsichere Tommen steht unter Margaerys Fuchtel.

Das findet Cersei nicht so toll. Sie schmiedet eine Allianz mit einer düsteren Religionsgemeinschaft, um den Tyrells eins auszuwischen. Loras wird von deren fanatischen Miliz eingekerkert. Apropos Bürgerwehr, es sieht nicht gut aus für Lord Barristan und Grey Worm. Gehen die Macher der Serie diesen Weg, um Platz an der Seite von Daenerys für Tyrion und Varys zu machen? Zumindest für Lord Barristan ist die Reise in GoT nun zuende. Schade, ich mochte ihn sehr. Immerhin gab es mit dem Moment zwischen Grey Worm und Missandei noch ein kleines romantisches Highlight.

Gemischte Gefühle

Mein Gesamtfazit der ersten fünf Folgen aus Staffel 5 fällt leider gemischt aus. Für mich war dies die schwächste halbe Staffel bis dato. Viele der Handlungsstränge haben es nicht geschafft, mich zu begeistert (z.B. Jaime, Theon Arya, generell alles in Braavos). Einige meiner Lieblingscharaktere sitzen leider seit Folgen auf der Ersatzbank (z.B. Brienne, Tyrion und Bran). Es gab wenige große Momente südlich der Mauer. Der Kleinkrieg in King’s Landing interessiert mich bedingt. Ein Grund dafür könnte sein, dass zumindest subjektiv empfunden die Haupthandlungsorte in Staffel 5 sehr weit auseinander liegen. Haben sich die bisherigen Staffeln hauptsächlich irgendwo mitten in Westeros abgespielt (Daenerys mal außen vor), befinden wir uns in Staffel 5 sehr häufig in der Peripherie. Die einzelnen Handlungsstränge sind dadurch stärker voneinander losgelöst als ich es von GoT gewohnt bin.

Wurden die mystischen Elemente bisher immer hervorragend in die Serie eingeführt (Stichwort Weiße Wanderer und Drachen), ist das dieses Mal mit den Steinmenschen und der Grauschuppenkrankheit nur bedingt gelungen. Zwar gab es einen niedlichen Moment zwischen Stannis und seiner Tochter, doch als Überleitung zu den Steinmenschen in Valyria hat mir das nicht gereicht. Und dass Jorah nun daran erkrankt war so vorhersehbar…

Wie geht es weiter?

Die Nachtwache, Jon, Stannis und Melisandre halten die Staffel am Leben. Hoffentlich kann Stannis Winterfell einnehmen und die Boltons vertreiben. Aber wenn ich eines gelernt habe, dann, dass theoretisch alles passieren kann. Wird Sansa Theon an sich selbst erinnern können? Und muss sie den widerlichen Sadisten heiraten? Der hat erfahren, dass die Frau seines Vaters schwanger ist. Wird Ramsay auf Nummer sicher gehen und seinen Platz in der Erbfolge verteidigen?

Wird Jon bei den Wildlingen erfolgreich sein? Ich könnte mir vorstellen, dass sie nicht besonders gut auf ihn zu sprechen sind… Daenerys ist weiterhin mit ihren drei Sklavenstädten beschäftigt. Ich hoffe, dass sie bald lernt, ihre Drachen vernünftig zu kontrollieren. Es muss ja mal vorwärts gehen! Momentan befinden wir uns im Wartemodus. Hoffentlich schlagen Tyrion und Varys bald auf. Darauf freue ich mich schon. Aber bitte ohne Jorah, der hat ausgedient.

Meine Lieblingsszenen

Die Verbrennung von Mance Rayder und Jons Gnadenpfeil, die Wahl von Jon zum Anführer der Nachtwache, und sein Manöver, Ser Alliser zum First Ranger zu machen und ihn damit an sich zu binden, wohingegen auf Janos Slynt die Enthauptung wartete.

Meine Lieblingscharaktere

Hier wird durchgemischt. Arya, Brienne, Jaime, Bran und auch Tyrion sind raus. Ich gehe stattdessen in der ersten Halbzeit von Staffel 5 mit Jon (Kit Harington), Melisandre (Carice van Houten) und Stannis (Stephen Dillane). Alle drei Charaktere haben zwar ihre eigenen Vorstellungen, und doch vergessen sie nicht das große Ganze. Dass Stannis auf einmal im Norden aufgetaucht ist, war sehr erfrischend. Er wurde als einer der wenigen Charaktere nun in Staffel 5 enger mit dem Rest von Westeros verknüpft als bisher. Er weiß von Sam, wie man die Weißen Wanderer effektiv bekämpft, während die anderen Könige und Königinnen in Grabenkämpfe verwickelt sind. Melisandre kann ich nicht durchschauen, und ich befürchte, dass sie nichts Gutes im Schilde führt. Dennoch ist jede Szene mit ihr ein Highlight – und nicht, weil sie sich andauernd auszieht! Sie wird von einer geheimnisvollen Aura umgeben, der nur Jon widersteht. Zu Jon muss ich wenig schreiben, denke ich. Er ist die Nummer eins! Wer möchte nicht sein wie Jon Snow?

… und meine Abschussliste

Die Goldmedaille erhält Ramsay Bolton (Iwan Rheon), aber nicht, weil er schlimmer ist als bisher. Er nervt mich einfach nur tierisch. (Und von mir aus kann er Theon gleich mitnehmen.) Den Silberrang erringen die Söhne der Harpyie. Sie haben Lord Barristan getötet! Das verzeihe ich so schnell nicht. Die dritte Medaille geht an Cersei (Lena Headey). Die Gute legt sich gerade mit ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter an. Hoffentlich knallt es da noch. Bisher habe ich nicht das Gefühl, dass sie eine effektive Hand des Königs ist. Im Gegensatz zu ihrem Vater hat sie nur ihre persönlichen kleinen Machtkämpfe im Blick. Sie ist viel zu egoistisch für das Amt.

Ich bin mir sicher, dass sich die Qualität der Staffel in ihrer zweiten Hälfte steigert! Das war bisher fast immer so. Und schlecht ist diese erste Hälfte nicht, nur eben nicht so gut, wie ich es bisher gewohnt war. Wie siehst Du das?

Simon

Redakteur Moviefalcon.de, Film-, Kino-, Oscarenthusiast! Wenn nicht gerade unterwegs in einer weit entfernten Galaxis, dann sicherlich mit Mad Max auf der Fury Road oder zu Besuch im Grand Budapest Hotel.

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