Phil schaut “Cinderella” (2015)

Realverfilmung des bekannten Disney Märchens mit starker Besetzung aus Game of Thrones und Downton Abbey. Regisseur Kenneth Branagh beschert uns einen guten Film, der aber im direkten Vergleich zu Disneys diesjähriger Neuverfilmung, The Jungle Book, nicht durchgängig begeistern kann.

Phils Highlights

  • Die Verwandlungsszene mit der guten Fee
  • Kostüme und Kulissen
  • Cate Blanchett als Lady Tremaine

Worum es geht

Die junge Ella (Lily James) wächst in einem wundervollen Haus auf, verliert jedoch schon früh ihre Mutter. Viele Jahre später entschließt sich ihr Vater zu einer neuen Heirat mit der verführerischen Lady Tremaine (Cate Blanchett). Diese zieht mitsamt ihrer beiden Töchter Drisella (Sophie McShera) und Anastasia (Holliday Grainger) in das Haus, um ihm neues Leben einzuhauchen. Ellas Vater verstirbt jedoch auf einer seiner langen Geschäftsreisen und lässt Ella mit ihrer Stiefmutter und ihren beiden Töchtern zurück. Diese sehen in Ella zunehmend mehr eine Dienstbotin als eine Verwandte, was die gutmütige Ella jedoch über sich ergehen lässt. Als der Prinz (Richard Madden) zum großen Ball lädt, um eine Ehefrau zu wählen, verhilft die gute Fee (Helena Bonham Carter) Ella zu ihrer Chance.

Phils Kritik

Als ich den ersten Trailer zur Neuverfilmung von Cinderella gesehen habe, fiel mir zunächst die hervorragende Besetzung mit alten Bekannten auf. Da haben wir Lily James, die in Downton Abbey die bezaubernde Rose spielt, Richard Madden, der in Game of Thrones den ehrenvollen Robb Stark gibt und Sophie McShera, die sympahtische Küchengehilfin Daisy aus Downton Abbey. Diese Serienstars werden flankiert von einigen Schwergewichten aus Hollywood. Da hätten wir die unvergleichliche Cate Blanchett, Stellan Skarsgård und Helena Bonham Carter. Auch optisch machte der Trailer einiges her, doch da ich mich mit Cinderella nie so anfreunden konnte, wurde eine Sichtung des Films auf später verschoben. Ein Fehler?

Cinderella steigt etwas früher in die Geschichte ein als das Original und zeigt uns zunächst die jungen und glücklichen Jahre von Ella. Der Film weicht hier und da vom Original ab und ist glücklicherweise kein Remake sondern stellenweise eine neue Interpretation der ursprünglichen Geschichte. In einigen Szenen fühlte ich mich unweigerlich an den Kultfilm Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (1973) erinnert, kein Wunder, handelt es sich dabei doch um eine Abwandlung des Märchens. Disneys letzte Interpretation liegt allerdings auch noch nicht allzu lange zurück. Erst 2014 nahm man sich in Into the Woods auch der Geschichte von Cinderella an. Ganz so düster ist Cinderella allerdings nicht, leider bleiben auch alle Zehen bei ihren Besitzern.

Optisch weiß der Film sehr zu begeistern, gerade der prunkvolle Königspalast sieht einfach fantastisch aus. Aber auch Cinderellas Zuhause muss sich davor nicht verstecken. Überall wurde mit sehr viel Liebe zum Detail gearbeitet und die tolle Ausleuchtung der Szenen sorgt für stimmungsvolle Bilder. Das setzt sich bei den Kostümen nahtlos fort, die mir alle sehr gut gefallen haben. Besonders hervorheben möchte ich aber noch die Verwandlungsszene. Cinderella bekommt Besuch von ihrer guten Fee, die einen Kürbis in eine Kutsche verwandelt, Mäuse in Zugpferde, eine Gans in einen Kutscher und zwei Eidechsen in Personal. Die Verwandlungen wurden hervorragend umgesetzt, außerdem kann man bei allen noch charakteristische Merkmale der Tiere entdecken. Ich kann das nur schwer in Worte fassen, schaut es euch einfach an. Für mich die beste Szene des Films.

Widmen wir uns zuletzt der hochkarätigen Besetzung. Lily James schlägt sich hervorragend, während ich mit Richard Madden leider nicht ganz zufrieden war. Er wurde etwas zu stark geschminkt, denn seine charakteristischen Fältchen waren nicht mehr zu sehen. Dadurch verliert sein Gesicht leider an Ausdrucksstärke, was schade ist. Sophie McShera holt hingegen aus ihrer kleinen Rolle alles raus, der Auftritt von Helena Bonham Carter ist super und auch Stellan Skarsgård weiß zu überzeugen. Aber die Krone geht eindeutig an Cate Blanchett, diese Frau ist einfach der Wahnsinn. Sie spielt die böse Stiefmutter einfach perfekt. Verführerisch und perfide, die Königin aller Stiefmütter.

Zusammengefasst: Kenneth Branagh liefert eine gute Neuverfilmung von Cinderella ab, die mit tollen Bildern, tollen Kostümen und hervorragenden Darstellern zu begeistern weiß. Auf der anderen Seite bekommen wir eine nur allzu bekannte Story präsentiert, die kaum Überraschungen zu bieten hat und mich nicht immer richtig packen und begeistern konnte. Einige starke Szenen zeigen, dass hier noch mehr drin gewesen wäre. Um zur Ursprungsfrage zurückzukommen: Nein, es war kein Fehler mit dem Film zu warten. Cinderella eignet sich hervorragend für einen gemütlichen Abend auf der Couch, am besten mit eurer Partnerin oder eurem Partner. Denn schlussendlich ist der Film immer noch romantisch und etwas kitschig. Es ist eben ein Disney Märchen.

5.5 von 7 Falken

Cinderella (2015)
Cinderella poster Director: Kenneth Branagh
Writer: Chris Weitz (screenplay)
Stars: Cate Blanchett, Lily James, Richard Madden, Helena Bonham Carter
Runtime: 105 min
Rated: PG
Genre: Drama, Family, Fantasy
Released: 13 Mar 2015
Awards: Nominated for 1 Oscar. Another 7 wins & 24 nominations.
Metacritics: 67
TomatoMeter:
Falkenscore: 5.5 von 7

Phil

Verrückt nach Film und Serien, begeisterter Blu-ray Sammler und immer auf der Jagd nach dem verlorenen Schatz.

Ein Kommentar zu “Phil schaut “Cinderella” (2015)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.